Leistung · Mehrsprachigkeit
Mehrsprachige Websites, die Google auch findet.
Sehr viele mehrsprachige Websites haben in Wahrheit nur eine Sprache — jedenfalls für Suchmaschinen. Der Grund ist fast immer derselbe.
Der Fehler: der Umschalter, der nichts umschaltet
Die naheliegende Lösung sieht so aus: oben rechts drei Knöpfe, DE / EN / FA, und ein Klick tauscht alle Texte aus. Für Besucher funktioniert das prima. Für Google existiert es nicht.
Denn es gibt nur eine Adresse. Alle Übersetzungen liegen als Text in einer JavaScript-Datei und werden erst im Browser eingesetzt. Was eine Suchmaschine indexiert, ist die Fassung, die beim Laden zufällig sichtbar war — meistens Deutsch. Die englische und die persische Fassung sind vorhanden, bezahlt, gepflegt — und für die Suche unsichtbar.
Wir haben genau das kürzlich an unserer eigenen Website korrigiert. Vorher sah ein Crawler 464 deutsche Wörter auf einer Adresse. Nachher: drei Adressen mit je rund 700 Wörtern in drei Sprachen. Es war dieselbe Website mit demselben Inhalt.
Wie es richtig geht
- Eine eigene Adresse pro Sprache. Ob /en/, /en.html oder eine eigene Domain, ist zweitrangig — dass es sie überhaupt gibt, ist entscheidend.
- hreflang-Angaben. Jede Fassung nennt alle anderen Fassungen. Damit weiß Google, dass es keine Duplikate sind, sondern Übersetzungen — und liefert der Nutzerin die Fassung in ihrer Sprache aus.
- x-default. Sagt Google, wohin jemand geschickt wird, dessen Sprache Sie nicht anbieten.
- Sitemap mit Alternativen. Die sitemap.xml führt alle Sprachfassungen samt Zuordnung. So findet Google auch die Seiten, auf die noch niemand verlinkt.
- lang und dir im HTML. Klingt nach Kleinigkeit, entscheidet aber über Silbentrennung, Vorlesesoftware und bei Persisch oder Arabisch über die gesamte Leserichtung.
- Sprachlinks als echte Links. Ein Knopf, der JavaScript auslöst, ist für einen Crawler eine Sackgasse. Ein <a href> ist ein Weg.
Was Sie sich sparen können
Automatische Übersetzungs-Plugins, die per Skript über die fertige Seite laufen, lösen das Problem nicht — sie verschieben es. Die Übersetzung ist maschinell, die Adresse bleibt oft dieselbe, und bei Sprachen mit anderer Leserichtung wird es unschön. Für Deutsch auf Englisch mag das durchgehen. Für Dari und Farsi merkt Ihre Kundschaft es im ersten Satz.
Was das für die Sichtbarkeit bedeutet
Richtig gemacht, konkurrieren Ihre Sprachfassungen nicht miteinander, sondern decken jede ihren eigenen Suchraum ab. Eine persische Suchanfrage trifft die persische Seite. Eine deutsche die deutsche. Das ist oft der schnellere Weg zu Sichtbarkeit als der Kampf um ein hart umkämpftes deutsches Keyword — weil in den anderen Sprachen kaum jemand mitbietet.
Mehr dazu, wie wir persische Inhalte setzen, steht auf der Seite zu Websites auf Dari und Farsi.